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Oekumenisches Netz Bayern

Besiege das Böse durch das Gute" (Röm 12,21)

 

Auch im "Neuen Testament" ist von Krieg und Sieg die Rede, doch bedeutet "Siegen" kein Triumphieren und Vernichten des Gegners, wie Paulus im Römerbrief anmerkt. Diese Maxime bestimmt - gegen alle innerweltliche, menschliche Vernunft - konziliares Handeln für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.

 

1. Internationale Friedenskonferenz

Ein Beispiel dafür war die internationale Friedenskonferenz "Frieden und Gerechtigkeit gestalten - nein zum Krieg" anlässlich der alljährlichen "Sicherheitskonferenz" (früher "Wehrkundetagung") der Politik Anfang Februar 2003 in München (eine Notiz fand sich schon im letzten OID).

Inge Ammon schildert ihre Eindrücke: Die Bedrohung durch einen Krieg gegen den Irak hat unserer Friedenskonferenz viel Aufmerksamkeit verschafft. Wir, die Organisatoren vom Münchner Friedensbündnis und vom Oekumenischen Netz Bayern sind über den Ablauf und das gute Echo sehr glücklich. Wer hätte das gedacht, dass uns auch die Medien so gut unterstützen! Natürlich ist die breite Trägerschaft der Friedenskonferenz von großen internationalen Organisationen wahrgenommen worden und schließlich hatte sich auch das evangelische Dekanat München als Unterstützer hinter unsere Konferenz gestellt. Auch der Oberbürgermeister Münchens hat die Konferenz mit seinem Kulturreferat unterstützt. "Planet Peace", eine Kulturveranstaltung mit Konstantin Wecker und mehr als 1000 Besuchern in der Muffathalle wurde ein voller Erfolg.

 

Friedensplenum

Voll besetzt ist auch die Kongresshalle der alten Messe beim internationalen Forum am Freitagabend. Die Stimmung ist gut, denn die Referenten erfüllen die Erwartungen in Bezug auf die Einschätzung des geplanten Krieges gegen den Irak, gegen Mr. Rumsfeld und "seine Mission" bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Dem amerikanischen Hegemoniestreben will der Physiker und Träger des alternativen Friedensnobelpreises, Hans-Peter Dürr eine unabhängige Rechtsinstanz entgegensetzen, die zwischen den Staaten vermittelt. Der schwedische Friedensforscher Jan Oberg, gerade wieder aus dem Irak zurück, beschreibt die Auswirkung der Sanktionen auf die Menschen als Paradebeispiel dafür, wie man ein Volk demütigt. Paul Oestreicher wirbt für Jesu Gebot der Feindesliebe und schildert verblüffende Erfahrungen bei klugem Dialog mit dem politischen Gegner.

Oestreichers Vision: Generäle, die nicht mehr nationalstaatlich denken, sondern global, die Friedenstruppen leiten, statt verlogene Vorwände für einen Krieg präsentieren. Susan George, Mitbegründerin von Attac, sieht im starken Anwachsen der zivilgesellschaftlichen Bewegung und im neuen Bewusstsein über die wirtschaftlichen Zusammenhänge eine Chance, dem "Staatsterrorismus" zu begegnen.

 

Diskussionsforen

Die Friedenskonferenz wurde am Samstagsmorgen mit 5 Diskussionsforen fortgesetzt: Forum 1: Medien, Krieg und Frieden; Forum 2: Energiewende statt Krieg um Oel; Forum 3: Abrüstung statt Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen; Forum 4: Mit dem Recht den Terror überwinden; Forum 5: Globalisierung und Krieg.

Forum 5 wurde von unserem Oekumenischen Netz koordiniert und besonders unterstützt von der GEW Bayern, von Equilibrismus und CGW-München. Darum konnte dieses Forum auch im Gewerkschaftshaus stattfinden.

Hans-Harald Willberg, der Koordinator beim OeNB, hatte  die Moderation übernommen. P. Dr. Othmar Noggler hielt das Impulsreferat zum Einstieg "Auswirkungen der Globalisierung auf die indigenen Völker". Hauptreferent war Helmut Creutz

Die etwa 80-90 Teilnehmer hörten aufmerksam zu und diskutierten trotz großem - auch gefühlsmäßigem Engagement - diszipliniert.

Pater Dr. Nogglers knapper Vortrag zeigte, wie schon immer und heute wieder, die westlichen "Werte" (Kultur, Wirtschaft etc) den indigenen Völkern aufgepfropft und dadurch verhängnisvolle Fehlentwicklungen in Gang gesetzt wurden. Sein Plädoyer: Demokratisierung der Welt müsste heute heißen, unterschiedliche Kultur- und Wirtschaftstraditionen nebeneinander zu fördern statt die europäisch-amerikanischen (sogar mit Krieg) durchzusetzen.

Helmut Creutz, reizend bescheiden und sehr kompetent, legte an grafischen Bildern dar, welche Mechanismen in unserm Wirtschaftssystem fast zwangsläufig dazu führen müssen, dass Kriege entstehen. Susan George stellte die Ziele von attac dar.

Kein Wunder, dass der Moderator HH Willberg die Rückmeldung bekam: "Das war alles sehr wichtig und gut!"

Anschließend reihten sich die Konferenzteilnehmer in die Demo gegen den Krieg und die Sicherheitskonferenz ein, nach dem Motto "Frieden braucht Bewegung". Mit 35.000 Teilnehmern war es die größte Demonstration, die München je hatte.

Die Friedenskonferenz wurde am Sonntag mit einem Friedensgebet der Religionen in der Schwabinger Erlöserkirche abgeschlossen."

 

2. "Ein Dorf hilft sich selbst"

Auf dem Oekumenischen Kirchentag stellt das Oekumenische Netz Bayern ein offensichtlich gelingendes Projekt der Überwindung des Bösen durch das Gute vor: Frauen aus dem rumänischen Dorf Viscri versorgten erst einmal durch die Vermittlung eines deutschen Diakons das OeNB mit selbstgestrickten Socken und so begann eine Partnerschaft, deren derzeitiger Stand am Stand des OeNB  und des OeN Württemberg auf der Agora zu besichtigen sein wird.

 

3. Studientag "Bergpredigt ja, aber ..."

Seit jeher sehnen Menschen sich nach Frieden. Meinungsverschiedenheiten bestehen aber bei der Frage, wie Frieden geschaffen und erhalten werden kann.

Stichworte wie "Krieg gegen Terror", "Präventivschlag" und "humanitäre Intervention" markieren die Herausforderungen, vor denen wir heute stehen. Diese betreffen nicht nur die Staaten, sondern auch die Kirchen.

Die Kirchen verkünden Jesus, der Gewaltlosigkeit und Versöhnung gepredigt und gelebt hat. Welche Antworten gibt diese Botschaft auf die neuen Herausforderungen? Wie nehmen die Kirchen, wie nehmen Christinnen und Christen auf der Grundlage ihres Glaubens Stellung und was können sie praktisch tun?

Diesen Fragen wird der Studientag nachgehen.

Dazu haben sich das Oekumenische Netz Bayern, die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern und die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Nürnberg zusammengefunden. Im Mittelpunkt des Vormittags steht das Problem "Humanitäre Intervention und Krieg gegen Terror" vor dem Hintergrund der gegenwärtigen weltpolitischen Situation. Hierzu konnte Hauptmann Koch, der Jugendoffizier der Bundeswehr in Nürnberg, für ein Referat gewonnen werden, das dann im Plenum diskutiert werden soll. Der Nachmittag ist Statements zur Frage "Wie nehmen die Kirchen auf dem Hintergrund der Forderung Jesu nach Gewaltverzicht zu der gegenwärtigen Diskussion um Frieden und Sicherheit Stellung?", einer Podiumsdiskussion hierzu und der Vorstellung von Initiativen, u.a. Eirene, Pax Christi und OeNB, gewidmet.

 

Oekumenisches Netz Bayern, c/o Gudrun Schneeweiß, Untere Dorstraße 36 c, 82269 Geltendorf

 


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