Die Dekade zur Überwindung von Gewalt


Information zur Internationalen Oekumenischen Friedenskonvokation (IOeFK) in Kingston/Jamaika, 17. -25. Mai 2011

 

Oekumenische Erklärung zum Gerechten Frieden (Erster Entwurf, deutsch, OeRK-Fassung) http://gewaltueberwinden.org/fileadmin/dov/files/iepc/peace_declarations/drafting_group/Erklaerung_Erster_Entwurf_full.pdf

 

Perspektive für die die Oekumene: Abschluss der Dekade zur Überwindung von Gewalt mit der Internationalen Oekumenischen Friedenskonvokation 2011

 

Initiativen, Gemeinden und Kirchen in Deutschland haben sich an der Dekade zur Überwindung von Gewalt beteiligt, die der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) bei der Vollversammlung in Harare 1998 für die Jahre 2001 bis 2010 mit dem Ziel „Kirchen für Frieden und Versöhnung“ ausgerufen hatte. Abgeschlossen werden soll die Dekade auf Beschluss der Vollversammlung des ÖRK in Porto Alegre 2006 durch eine Internationale Ökumenische Friedenskonvokation (IÖFK) mit ca. 2000 Teilnehmenden (Vertreter/Vertreterinnen von Kirchen, Organisationen und Netzwerken sowie von Repräsentanten anderer Religionen) unter dem Motto „Ehre sie Gott und Frieden auf Erden“ vom 17. bis 25. Mai 2011 in Kingston/Jamaika. Diese Versammlung soll eine Ökumenische Erklärung zum „gerechten Frieden“ verabschieden. Die Friedenskonvokation soll dazu anregen, als Initiative, Gemeinde oder Kirche vor Ort selbst Frieden zu stiften, das ökumenische Engagement zu stärken und zu bedenken, was die Bibel zu Frieden, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sagt.

 

Der Begriff „Konvokation“ kennzeichnet den historischen und kirchenpolitischen Ort (Erinnerung an Seoul 1990; formale Ansiedlung zwischen ökumenischer Konferenz und ökumenischem Konzil; als Abschluss der Dekade auch Manifestation und Fortsetzung der Konziliaren Prozesses) und hat eine theologische Bedeutung (Konvokation als gemeinsame Berufung und Zeugnis: Frieden als zentraler Begriff, der die Anliegen von Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Nachhaltigkeit berücksichtigt).

 

Auf die Konvokation 2011 soll auf folgende Weise hingearbeitet werden:

 

1. Inhaltlich und organisatorisch durch den OeRK in Genf: Der Zentralausschuss des OeRK hat eine Referenzgruppe unter Leitung von Pfr. Fernando Enns, (Hamburg) eingesetzt. Der bisherige Koordinator Geiko Müller-Fahrenholz (Bremen) wird seine Arbeit im Frühjahr 2008 einschränken und danach für die Betreuung der Oekumenischen Friedenserklärung zuständig sein, weil sich die Gesamtkoordination der Friedenskonvokation so ausgeweitet hat, dass eine zusätzliche Arbeitskraft nötig wird. Eine Zeitschrift zur IOeFK soll unter dem Titel „Anticipation“ herausgegeben werden. Weitere verantwortliche Personen sind: Hansuli Gerber als bisheriger Koordinator  der Dekade, Suzanne Tamaioli, Administrative Assistant für allgemeine DOV-Angelegenheiten, Segma Aswaf, zuständig für die Expertenkonsultationen und Veröffentlichungen, Aruna Gnanadason für die „Lebendigen Briefe“.

 

2. Erarbeitung einer Oekumenischen Erklärung zum gerechten Frieden als gemeinschaftlicher Prozess der Vergewisserung: Angedacht ist für den deutschsprachigen Raum eine Einladung zur Teilnahme durch ein Dossier bei Publik-Forum mit der Aufforderung an Friedensgruppen, Gemeinden, Projekte, NGOs, eigene Friedenserklärungen zum gerechten Frieden für ihren Bereich zu schreiben und danach zu handeln. Die Ökumenische Friedenserklärung soll kein bloßes Dokument zum Abschluss der Dekade werden, sondern soll Dynamik entfalten helfen und die Themen der Dekade in ihrer Fülle an unterschiedlichen Beispielen beschreiben, verstärken und weiterführen. Sie soll auf die Mehrschichtigkeit von Friedensarbeit aufmerksam machen und die Themen theologisch reflektieren und verdichten. So viele kirchliche Gruppen, Gemeinden und Projekte wie möglich sollen angesprochen werden, um sie um ihre Beiträge in Form von Texten, Gebeten, Liedern und Bildern zu bitten. Theologische Fakultäten und Seminare sind eingeladen, an dem Entwurf mitzuarbeiten. Erhofft ist die Beteiligung von Künstlern und Künstlerinnen an dem Prozess. Angeregt worden ist, die  Konvokation in die thematischen Überlegungen zur Oekumenischen Friedensdekade 2008 – 2010 aufzunehmen. Die Oekumenische Erklärung soll kein weltweites Konsenspapier sein, sondern „ein Akt des öffentlichen Zeugnisses und eine Bekräftigung unserer fortdauernden Hoffnung in einer von Gewalt zerrissenen Welt.“ Die Erklärung kann nicht den Anspruch erheben, „für alle zu sprechen, sondern wird versuchen, „alle anzusprechen, die bereit sind zuzuhören.“ Sie wird ein theologischer und geistlicher Text  sein und nach der gegenwärtigen Übersicht  von Geiko Müller-Fahrenholz acht wichtige Bereiche umfassen:

Kritische Arbeit an Gewaltgeschichte im Christentum und friedenstheologische sowie friedensethische Optionen,

  • die massive Realität menschlicher Selbstzerstörung,
  • die Gewalt zwischen den Geschlechtern und Generationen,
  • die Faszination der Gewalt und ihre Ausnutzung durch die Unterhaltungsindustrie,
  • die Gewalt auf den Straßen mit Schwerpunkt auf Jugendgewalt
  • die Gewalt gegen die Natur,
  • die indirekte Gewalt der wirtschaftlichen Ungerechtigkeit mit ihren weltweiten Konsequenzen und strukturellen Ausdrucksformen sowie
  • die Geißel der „alten“ und „neuen“ Kriege.

 

3. Expertenkonsultationen in Partnerschaft mit Forschungsinstituten und NGOs zu den Themen:

  • „Forgiveness, Reconciliation and Peace”, Orthodoxe Konsultation in Volos, Griechenland,
  • Healing  of Memories („Erinnerungen heilen – Gemeinschaften versöhnen“ vom 1.- 4.10.2007 in Dublin, Irland),
  • „Poverty, Wealth and Ecology“, 5. – 9. 11., 2007, Afrikanische Konsultation in Daressalam, Tanzania,
  • „The Responsibility to Protect“ vom 16.-18.11.2007 in Arnoldshain,
  • Spirituality and Worship in View of Peace Convocation, Baar, Schweiz, 4. – 7. 12. 2007,
  • Peace and Security , Seoul/Korea, 21. 3. – 4. 4. 2008,
  • „Churches Witnessing to Peace Today“, Zu hermeneutischen Problemen einer Ökumenischen Friedenserklärung, Suva/ Fiji, 9. – 12. 7. 2008,
  • „Peace on Earth is Peace with the Earth“, 14. – 18. 9. 2008, Foyer John Knox, Genf/Schweiz,

 

Weitere Konsultationen sind in Vorbereitung.

 

 

4. Teamvisits durch „lebendige Briefe“ („living letters“) entsprechend den reichen ökumenischen Erfahrungen mit Pastoralbesuchen bei US-amerikanischen Kirchen nach dem 11.9.2001, bei libanesischen Kirchen während der israelischen Angriffe im Sommer 2006 und während der Ökumenischen Dekade „Kirchen in Solidarität mit den Frauen“ 1988 – 1998. Teamvisits ermöglichen es Initiativen, Gemeinden und Kirchen, ihre Erfahrungen unmittelbar von Mensch zu Mensch auszutauschen, gewissermaßen durch „lebendige Briefe.“ So sollen zur Vorbreitung der Friedenskonvokation insgesamt an die 45 Teamvisits stattfinden, vor allem in solchen Ländern und bei solchen Mitgliedskirchen, die besonders von Gewalt betroffen sind und wo Solidarität und gegenseitiges Lernen nötig ist: Zwei Besuche haben im Jahre 2007 stattgefunden (in Sri Lanka und in Teilen der USA). Für die Jahre 2008 bis 2010 sind je ca. 12-15 Besuche geplant und vom ÖRK in Genf aus zu organisieren. Die. Teams werden immer neu zusammengesetzt. Sie bestehen aus ca. 5 Personen, begleitet von einer  Begleitperson der gastgebenden Kirche und einer Begleitperson des ÖRK. Auch in Deutschland ist ein Besuch möglich. An  zwei Orten wird darüber schon nachgedacht

 

5. Finanzen: Der Zentralausschuss des ÖRK muss das Budget für die Konvokation im Februar 2008 festlegen. Welche deutschen Träger (Gruppen, Kirchen) sind bereit, Besuche von „living letters“ zu unterstützen? Auch die Finanzierung durch Kollekten in Verbindung mit eigenen ökumenischen Friedenserklärungen wird angeregt.

 

6. Die IÖFK wurde in Deutschland bisher durch Treffen von Interessierten vorbereitet, die vom Ökumenischen Netz in Deutschland (ÖNiD) (Michael Held) am 13./14. 4.2007 nach Imshausen und von der Arbeitsstelle Frieden im Haus der kirchlichen Dienste (Klaus J. Burckhardt) am 19.9.2007 nach Hannover eingeladen worden waren. Ebenfalls einbezogen ist die ACK in Deutschland, die Konferenzen der Ökumene-Beauftragten und der Beauftragten für Friedensarbeit. Auch der Leiterkreis der Evangelischen Akademien ist beteiligt. Der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) ist hinsichtlich des 32. DEKT 2009 in Bremen, des 2. Ökumenischen Kirchentages 2010 in München und des 33. DEKT 2011 in Dresden in die Vorüberlegungen einbezogen. Das Gesamtkonzept und die Koordination der IÖFK in Deutschland sollen bei dem nächsten Treffen des Offenen Forums „Dekade zur Überwindung von Gewalt“ am 3./ 4.12.2007 in Erfurt erörtert werden.

 

 

7. Zeitplan

  • 2009: Erste Fassung der Ökumenischen Erklärung zur Diskussion an die Kirchen. Parallel weitere Konsultationen, Detailplanung der Programmstruktur, der inhaltlichen, gottesdienstlichen, kommunikativen und logistischen Aspekte.
  • 2010: 2. Fassung in Arbeit, Teilnahmeliste, Fortsetzung von Planungen zu Koordination, Programm und Gottesdienst für die Friedenskonvokation
  • 2011: IÖFK, Ökumenische Erklärung, Erläuterungen,
  • 2007 bis 2010: Bulletin, Bücher, Internet, Teamvisits .

 

8. Kontakt:

Dekade-Büro des ÖRK in Genf , Offenes Forum

 

Quellen:

  • Schriftliche und mündliche Informationen von Geiko Müller-Fahrenholz,
  • Protokolle von Treffen von Interessierten am 13./14.4.2007 in Imshausen und am 19.9.2007 in Hannover,
  • Website www.gewaltueberwinden.org des ÖRK, Mitteilung des ÖRK vom 21.9.20087
  • Brief von Generalsekretär Sam Kobia an Mitgliedskirchen ( November 2007 )

 

Bad Honnef, den 28.11.2007  f.d.R. Ulrich Frey    ulrich.frey@web.de [Termin und Ort der Konvokation aktualisiert - Die Redaktion]

 

 

 

 

 

 

Was ist die Dekade zur Überwindung von Gewalt?

Die Dekade zur Überwindung von Gewalt (2001-2010) ist aus dem Engagement des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung entstanden. Dieses Engagement geht einher mit dem ständigen Bemühen, in einer zerbrochenen Welt wieder christliche Einheit herzustellen. (Dekade bedeutet einen Zeitraum von zehn Einheiten, hier zehn Jahre.)

Als sich die Kirchen gegen Ende dieses gewalttätigsten Jahrhunderts in der Geschichte der Menschheit zur Achten Vollversammlung des ÖRK in Harare (Simbabwe) zusammenfanden, verpflichteten sie sich zu einer Pilgerreise des Friedens. Die Vollversammlung rief Kirchen, ökumenische Organisationen und alle Menschen guten Willens auf, zusammenzuarbeiten, um Gewalt durch die Verwirklichung von Frieden und Gerechtigkeit zu überwinden.
Der ÖRK ermutigt Kirchen und Gemeinden, sich in ihrem Umfeld mit dem Problem der Gewalt auseinanderzusetzen und im Rahmen der Dekade zur Überwindung von Gewalt gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung zu arbeiten.
Zur Überwindung von Gewalt hat der ÖRK folgende Methoden gewählt: Studienaufträge, um die strukturellen und kulturellen Wurzeln von Gewalt aufzudecken und herauszustellen; Kampagnen gegen Gewalttäter und Instrumente der Gewalt; Informations- und Aufklärungsinitiativen, die Wert und Würde des Lebens vermitteln; liturgische, biblische und theologische Innovationen; Vernetzung von Menschen und Friedensinitiativen sowie Unterstützung von Netzwerken.

"Aber das alles (ist) von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt." 2. Kor 5, 18
"Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach." Amos 5, 24 "Denn er (Jesus Christus) ist unser Friede, der aus beiden eines gemacht hat und den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft." Eph 2, 14
"Wir sind durchdrungen von der Vision einer Kirche, dem Volk Gottes auf dem Weg miteinander, das Einspruch erhebt gegen alle Trennungen aufgrund von Rasse, Geschlecht, Alter oder Kultur, das Gerechtigkeit und Frieden zu verwirklichen sucht und die Integrität der Schöpfung achtet."
(Botschaft der Achten Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen, Harare, 1998)
"Wir sind der festen Überzeugung, dass die Welt heute darauf angewiesen ist, dass alle Kirchen gemeinsam ein klares Zeugnis ablegen von Frieden und Gewaltlosigkeit, die auf Gerechtigkeit gründen... uns Christen und Christinnen motivieren und ermutigen die Botschaft des Evangeliums von Frieden Christi und die reiche biblische Tradition des Friedens in Gerechtigkeit... Wir wollen uns aktiv dafür einsetzen, eine Kultur des Friedens aufzubauen."
(Botschaft des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen, Genf, 1999)

In Dezember 1998 fand die Vollversammlung des ÖRK in Harare, Simbabwe, statt und legte Prioritäten und Programme für die nächsten sieben Jahre fest. Die Delegierten riefen im Zusammenhang mit dem Thema der Vollversammlung "Kehrt um zu Gott - Seid fröhlich in Hoffnung" die Dekade zur Überwindung von Gewalt (DOV) ins Leben.
Die Vollversammlung erklärte, der ÖRK solle in Fragen der Gewaltlosigkeit und Versöhnung "strategisch mit den Kirchen zusammenarbeiten, um eine Kultur der Gewaltlosigkeit zu schaffen. Hierbei sind Querverbindungen zu anderen internationalen Partnern und Organisationen und Interaktion mit ihnen sowie die Prüfung und Entwicklung geeigneter Ansätze für Konfliktbewältigung und die Schaffung eines gerechten Friedens im Kontext der Globalisierung sinnvoll"...

Um die Friedensschaffung vom Rand in das Zentrum des Lebens und Zeugnisses der Kirche zu bringen und um festere Bündnisse und eine bessere Verständigung zwischen Kirchen, Netzwerken und Bewegungen zu erreichen, die auf eine Kultur des Friedens hinarbeiten, hat sich die Dekade zur Überwindung von Gewalt folgende Ziele gesetzt:

  • Ganzheitliche Auseinandersetzung mit dem breiten Spektrum von direkter wie auch struktureller Gewalt zu Hause, in Gemeinschaften und auf internationaler Ebene, und Lernen von lokalen und regionalen Analysen der Gewalt und Wegen zu ihrer Überwindung;
  • Aufforderung an die Kirchen, Geist, Logik und Ausübung von Gewalt zu überwinden; auf jede theologische Rechtfertigung von Gewalt zu verzichten und erneut die Spiritualität von Versöhnung und aktiver Gewaltlosigkeit zu bekräftigen;
  • Gewinnung eines neuen Verständnisses von Sicherheit im Sinne von Zusammenarbeit und Gemeinschaft statt Herrschaft und Konkurrenz;
  • Lernen von der Spiritualität Andersgläubiger und ihren Möglichkeiten, Frieden zu schaffen, Zusammenarbeit mit Gemeinschaften Andersgläubiger bei der Suche nach Frieden und Aufforderung an die Kirchen, sich mit dem Missbrauch religiöser und ethnischer Identität in pluralistischen Gesellschaften auseinanderzusetzen;
  • Protest gegen die zunehmende Militarisierung unserer Welt und insbesondere gegen die Verbreitung von Feuer- und Handfeuerwaffen.
    (EIN RAHMENKONZEPT FÜR DIE DEKADE ZUR ÜBERWINDUNG VON GEWALT - vom ÖRK-Zentralausschuss angenommenes Arbeitsdokument (1999)

Es gibt die Menschen, die uns durch ihr Beispiel zeigen, dass Präsenz in Situationen der Gewalt, auf den Strassen und in Kriegsgebieten, dass die aktive Auseinandersetzung mit den Opfern und mit den Gewalttätern der eigentliche Schlüssel zu jeglichem Prozess der Verwandlung und Veränderung ist.
Vor Harare haben das ÖRK-Programm zur Überwindung von Gewalt und die Kampagne "Friede für die Stadt" gezeigt: Frieden ist machbar, Frieden wächst von unten und gedeiht durch die Kreativität der Menschen. Sie arbeiten auf lokaler Ebene mit der Zivilgesellschaft zusammen und engagieren sich im Dialog und im gemeinsamen Handeln mit Menschen anderen Glaubens. Die Gruppen in den sieben Städten, die and der Kampagne beteiligt waren, haben sich gegenseitig gestützt und ermutigt, ihre Erfahrungen in unterschiedlichen Kontexten miteinander ausgetauscht und neue Erkenntnisse aus der Reflexion und dem Meinungsaustausch auf weltweiter Ebene gewonnen...
Die Dekade zur Überwindung von Gewalt wird ein Forum bieten, auf dem Geschichten und Erfahrungen ausgetauscht und Beziehungen hergestellt werden und auf dem wir voneinander lernen können. Die Dekade wird auf den Initiativen aufbauen, die bereits existieren. Wir sind uns bewusst, dass unsere Arbeit parallel zur Arbeit der Vereinten Nationen im Rahmen der Dekade für eine "Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit für die Kinder der Welt" verläuft. Wir hoffen, Verbindungen zu solchen Initiativen herzustellen und dazu beizutragen, dass sie sich gegenseitig motivieren und stärken. Die Dekade zur Überwindung von Gewalt wird es den Kirchen leichter machen, einander in ihrem Dienst zu helfen und beizustehen. Mit der Dekade zur Überwindung von Gewalt bieten wir einen wahrhaft ökumenischen Raum an, einen sicheren Raum für Begegnung, gegenseitige Anerkennung und gemeinsames Handeln. Wir wollen gemeinsam danach streben, Geist, Logik und Praxis der Gewalt zu überwinden. Wir wollen zusammenarbeiten, um Versöhnung und Frieden in Gerechtigkeit in unsere Häuser, Kirchen und Gemeinschaften zu tragen wie auch in die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturen auf nationaler und internationaler Ebene. Wir wollen zusammen eine Kultur des Friedens aufbauen, die sich auf gerechte und bestandfähige Gemeinschaften stützt.
(Botschaft des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen, 1999)


© 2001 by Ulrich Schmitthenner • Bildschirm-Version